OOH-Magazin Ausgabe 3 - 2015

17 Ein Gespräch mit Daniel Könnecke, Chief Executive Officer FCB Hamburg OOH!: Was sollte am Beginn einer Out-of-Home-Kampagne stehen – die Auswahl der Medien oder die passende kreative Idee? KÖNNECKE: Grundsätzlich glaube ich als Kreativer natürlich an die Kraft von Ideen. Insofern braucht es eine starke Idee am Anfang – die ist allerdings nur dann wirklich effektiv, wenn sie medial gut in Szene gesetzt wird. Die Formel lautet: Content + Kontext = Relevanz. OOH!: Wie eng arbeiten Mediaplaner und Kreative bei der Umsetzung Ihrer Erfahrung nach tatsächlich zusammen? KÖNNECKE: Oftmals leider viel zu wenig – im optimalen Fall arbeitet man gemeinschaftlich in kleinen, agilen Teams aus Mediastrategen, Kreativen und Kunden zusammen. OOH!: Welche Möglichkeiten gibt es, dieses Zusammenspiel zu optimieren? KÖNNECKE: Kein Gerangel um den „Lead“, weniger Eitelkeiten, der Glaube an die Kraft von Kollaboration und das Aufsetzen von gemischten Teams von Anfang an. OOH!: In Cannes, aber auch bei der PlakaDiva, wurden zahlreiche Kampagnen ausgezeichnet, die in ihrer Konzeption von vorneherein Faktoren wie Standorte, Zielgruppen, Zeitpunkt der Ansprache sowie die unterschiedlichen Möglichkeiten der einzelnen Werbeträger berücksichtigt haben. Sehen Sie hier einen Trend? KÖNNECKE: Ich denke, besonders effektive Werbemaßnahmen haben das schon immer ein Stück weit berücksichtigt. Aber durch den technologischen Fortschritt werden auch hier die Möglichkeiten des Targetings immer ausgefeilter. OOH!: Voraussetzung für solche Kampagnen ist die Erhebung und Analyse der nötigen Daten. Ist hier für alle Beteiligten eine besondere Data Experience nötig, weil Out of Home ja überwiegend im öffentlichen Raum kommuniziert? KÖNNECKE: Es ist zumindest von Vorteil, wenn man Daten richtig lesen und interpretieren kann. Ob nun wirklich jeder Beteiligte ein Daten-Spezialist sein muss, wage ich allerdings zu bezweifeln. Denn für mich ist letzten Endes immer wieder die gute Grundidee ausschlaggebend. OOH!: Würden Sie der These zustimmen, dass Kampagnen nur dann wirklich funktionieren, wenn Media und Kreation aus einem Guss sind? KÖNNECKE: Ich stimme auf jeden Fall zu, dass heutzutage die allerbesten Kampagnen nicht nur Media und Kreation, sondern zusätzlich auch Strategie und Technologie perfekt vereinen. OOH!–Fokus „Gemischte Teams von Anfang an“ Die Gespräche führte Helmut van Rinsum Interview mit dem österreichischen Kreativ- und Medienprofi Michael Nitsche zu diesem Thema

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