OOH-Magazin Ausgabe 2 - 2018

zum Markenzeichen von Ritter Sport am Bahnhof, darunter Slogans wie „Berliner Weiße mit Nuss“ oder „O’knackt is“. … führt zu einer ausgezeichneten Mediastrategie „Es ist am Markt ungewöhnlich, dass eine nationale Marke mit regi- onalen und lokalen Sprüchen kommuniziert. Das überrascht und gefällt den Leuten“, erklärt Oliver Braun, der im Ritter-Sport-Blog die Fans inzwischen imVorfeld einer Kampagne über die Motive abstim- men lässt und dafür regelmäßig Lob einsammelt. Thorsten Ebbing, CEO von Kinetic Worldwide Germany, konstatiert: „Gemeinsammit Ritter Sport haben wir den Bahnhof zum Premium-Touchpoint für die Marke weiterentwickelt.“ Das sieht auch die PlakaDiva-Jury aus Kreativ- und Mediaexperten so: Für seine außergewöhnliche Media­ strategie wurde Ritter Sport vor kurzem in Hamburg mit der Plaka- Diva in der Kategorie „Beste Mediastrategie“ ausgezeichnet. Erfolgsfaktor Plakat „Vielleicht ist es die eher ruhige und unaufdringliche Wirkung von Plakaten, die wir mit Bedacht und unterhaltsam platzieren, die unsere Kampagnen so gut funktionieren lässt“, bemerkt Wübbe. Dennoch verschließt sich Ritter Sport nicht den neuen digitalen Out of Home-Angeboten: „Das eine tun und das andere nicht lassen“, for- muliert Wübbe die zukünftige Strategie des Schokoladenherstellers. Braun bestätigt: „Digitale Medien könnten für uns in Zukunft eine stärkere Rolle spielen“. Zunächst aber steht der weitere Ausbau der Reichweite auf dem Plan: „Wir sind offen für neue Bahnhöfe. Sie soll- ten allerdings eine gewisse Größe und Frequenz haben“, sagt Braun, der beispielsweise mit dem Standort Nürnberg liebäugelt. Die Erfolgsstory geht also weiter. Da schreckt die Macher auch nicht, dass einige Ideen immer mal wieder auf der Strecke bleiben müssen. „Manchmal sind es formelle Gründe, wie Brand- oder Denkmal- schutz-Vorgaben, mal ist es das Kosten-Nutzen-Verhältnis, das nicht passt“, berichtet Wübbe. Zehn Jahre Ritter Sport am Bahnhof: Bleibt alles beim Alten, Herr Wübbe? Die Antwort: „Ritter Sport hat immer wieder neue Produkte, die zeitgemäß präsentiert werden sollen. Die Herausforderung ist und wird sein, bei allen neuen Werbeformaten und kreativen Ideen ein konsistentes Markenbild zu erhalten“. Oder um mit den Worten der Ritter-Sport-Kampagne zu sprechen: „Für Beißer. Nicht für Lutscher.“ Stefanie Rossner gibt es die bunten Stairbrandings in Städten wie Frankfurt, Berlin, Hamburg oder Leipzig. Ein weiteres Highlight der letzten zehn Jahre: Neben der klassischen Plakatkampagne und der Belegung von Big- Bannern, Prellböcken, Riesenpostern oder Rolltreppen sorgte 2012 die Einführung riesiger 3D-Tafel-Stapel für Aufsehen. Die Installation von Ritter Sport bot eine Sitzgelegenheit für Reisende und wurde schnell zum Meetingpoint und Selfie-Objekt. „Gemeinsam mit dem OOH-Spezialisten Kinetic bereisen wir die Standorte, um mögliche Werbeträger und ihre Wirkung zu prüfen“, berichtet Stefan Wübbe, Geschäftsführer Kreation von Kolle Rebbe. „Dabei kann es durchaus passieren, dass wir neue Möglichkeiten entdecken, die uns wiederum auf neue Kreativ-Ideen bringen.“ Ein perfektes Zusammenspiel … Das Unternehmen Alfred Ritter produziert in seinemWerk im schwä- bischen Waldenbuch täglich mehr als 3 Millionen Schokoladentafeln in über 30 Geschmacksrichtungen. Kolle Rebbe nutzt diese große Bandbreite. Pointiert und mit viel Wortwitz stehen Produkt und ein passender Spruch im Fokus eines jeden Motivs. „Wir versuchen immer ein perfektes Zusammenspiel von Headline, Produkt und oft auch Standort zu finden“, so Wübbe. Heraus kommen kreative Umsetzun- gen wie: „Sie sind am Zug“, „Unser Beitrag gegen einseitige Ernäh- rung“ oder „Vorsicht: Ab 35 Tafeln sollten Sie besser mit dem Taxi fahren“. Und auch der lokale Bezug wurde über die letzten fünf Jahre Markenzeichen in jedem Sinne: Headline, Produkt und Standort ver­ schmelzen in der Bahnhofs-Kampagne zu einer Einheit. 27 OOH!–Kreation & Kreativität Deutschland

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